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Homöopathische Arzneien

nach Indikationen in der Schwangerschaft
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GRIPPALE INFEKTE
Bei Symptomen wie kalter Schweiß und Gliederschmerzen empfiehlt sich Fertum phosphoricum. Dieses klassische Mittel hat sich im Übrigen auch bei bronchopneumonischen Zuständen und Otitis media bei Kindern bewährt und wird daher gerne von Kinderärzten verschrieben. Äußerst sich das Fieber eher heiß und trocken, wird Belladonna gegeben, die Potenz sollte auf keinen Fall unter D4 sein, da es zu toxischen Arzneireaktionen kommen kann.

ERKÄLTUNGEN
Bei Schnupfen wird zwischen rinnendem und stochendem Schnupfen unterschieden. Ersterer entspricht dem Arzneimittelbild von "Allium cepa", letzterer spricht gut auf Luffa und Euphorbium (Euphorbium comp. Heel Nasenspray) an. Handelt es sich jedoch um Stirn- und Nebenhöhlenentzündungen, wird mit Cinnabaris behandelt.
Halsschmerzen bekommt man gut in den Griff mit homöopathischen Lutschtabletten, die Guajacum, Atropinum sulfuricum und/oder Hepar sulfuris (Tonsiotren DHU) enthalten.

VERDAUUNGSPROBLEME
Häufig klagen Schwangere eher über Obstipation denn über Diarrhoe. Manchmal genügt das geeignete Magnesium-präparat, um die Verdauung wieder in Schwung zu bringen - natürlich neben den üblichen Maßnahmen wie erhöhter Flüssigkeitszufuhr, Bewegung und Anreicherung der Nahrung mit Ballaststoffen. Bei hartnäckiger Obstipation sowie auch bei Magen- und Darmkrämpfen ist Nux vomica hilfreich. Diarrhoen werden schnell und erfolgreich mit Arsenicum album therapiert.

Treten banale oder grippale lnfekte auf, füllt die Homöopathie bei deren Behandlung eine echte Lücke.

KOPFSCHMERZEN
Wenn auch oft von chronischen Migränikerinnen berichtet wird, dass ihre Beschwerden während der Schwangerschaften so gut wie nicht oder sehr abgeschwächt auftraten, so gibt es demgegenüber auch die Gruppe von Frauen, die, besonders im ersten Trimenon, vermehrt damit zu kämpfen hat. Fast alle synthetischen Analgetika sind in der Schwangerschaft kontraindiziert; im Notfall muss vom Arzt Nutzen gegen Risiko abgewogen werden. Das so genannte Wurmkraut, Spigelia anthelmia, stellt hier ein geeignetes homöopathisches Arzneimittel dar. Es ist auch in entsprechenden Komplexmitteln (Spigelon Tabletten Heel) enthalten.

BESCHWERDEN RUND UM DIE GEBURT
Ein klassisches Mittel bei Wehenschwäche, aber auch bei depressiven Verstimmungen im Wochenbett ist Pulsatilla. Oft wird die Einnahme schon in den Tagen vor dem errechneten Geburtstermin empfohlen.

Phytolacca, das in enger Beziehung zu chronischen Entzündungserscheinungen des Rachenraumes steht, hat sich empirisch bei Milchstau bewährt. Beschwerden durch einen Dammschnitt oder -riss können sehr gut mit Arnica, abwechselnd in den Potenzen D4 und D30, behandelt werden. Schleimhautverletzungen heilen so um vieles schneller ab. Diese drei "Geburtsklassiker" werden gerne auch von schulmedizinischen Gynäkologen verordnet.

So manche Frau macht in der Schwangerschaft ihre ersten Erfahrungen mit der Homöopathie und wird vielleicht auch danach das eine oder andere Mal auf ihre guten Erfahrungen damit zurückgreifen. Auch Babies und Kleinkinder, eine Klientel, bei der der häufig erwähnte Placebo-Effekt, welcher der Homöopathie von Skeptikern oft vorgeworfen wird, nicht haltbar ist, sprechen besonders gut auf diese sanfte, ganzheitliche Medizin an.
Von Mag.pharm. Dr. Irene Promussas

 

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