Ein warmer Sommerabend – ein nettes Straßencafé und ein großer Eisbecher – klingt das nicht herrlich nach Urlaub?
Das meiste Süßwasser der Erde ist mit rund 25 Millionen Kubikkilometern als Eis an den Polen, in Gletschern und Dauerfrostböden gebunden. Aber das ist nicht das Eis, über das hier die Rede sein soll: Das erste Speiseeis gab es vermutlich im antiken China – die chinesischen Herrscher hatten große Eislager anlegen lassen. Dem Sorbet ähnelndes Speiseeis war aber auch in der europäischen Antike bekannt.
Der griechische Dichter Simonides von Keos beschreibt es als aus Gletscherschnee mit Zutaten wie Früchten, Honig oder Rosenwasser bestehend. Die römischen Kaiser ließen sich durch Schnellläufer Schnee und Eis von den Bergen des Apennin bringen.
Die Kreuzfahrer brachten das Rezept für Scherbet (daher der Name Sorbet), einer Mischung aus Fruchtsirup und Schnee, nach Europa. Speiseeis aus Wasser und Fruchtsaft oder -püree wurde zu einer italienischen Spezialität, die im 16. Jahrhundert von Katharina von Medici nach Paris mitgebracht wurde.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts erfand ein französischer Koch am Hof des englischen Königs das Milcheis. Man war allerdings auf Stangeneis aus dem Winter, das in Eiskellern bis zum Sommer aufbewahrt wurde, und Kochsalz für die Kältemischung angewiesen. Erst Lindes Kältemaschine (1881) brachte dann die technische Verfügbarkeit von Kälte und verhalf dem Speiseeis zum Durchbruch als Massenware. Eislutscher gibt es seit 1903 und Softeis wurde Mitte des 20. Jahrhunderts in Großbritannien erfunden.
NORDLICHTER BRAUCHEN MEHR
Erstaunlich aber wahr: Nicht die Italiener haben den höchsten Eisverbrauch pro Kopf in Europa, sondern die Skandinavier sind die größten Eisgenießer auf unserem Kontinent.
Die Österreicher liegen mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von rund 7 Liter im Mittelfeld. Insgesamt ergibt das immerhin einen “Eis-Berg” von 52.000 Tonnen, den die Österreicher pro Jahr konsumieren.










