Die Frage, warum es auf der Erde deutlich mehr Wasser gibt als auf den anderen inneren Planeten, ist nicht befriedigend geklärt. Ein Teil gelangte zweifellos durch Ausgasen von Magma in die Atmosphäre – stammt also letztlich aus dem Erdinneren. Ob dadurch aber die gesamte Menge erklärt werden kann, wird angezweifelt.
Auch außerhalb der Erde kommt Wasser in gigantischen Mengen vor – allerdings dünn verteilt als Eis auf Himmelskörpern oder als Wasserdampf. Das Element Wasserstoff ist das häufigste Element im Universum, und auch Sauerstoff kommt in großen Mengen vor, allerdings gebunden an Silikaten und Metalloxiden. Alleine die Saturnringe enthalten ca. 25 % der Erdwassermenge und es gibt viele Hinweise, dass der Mars in der Frühzeit seiner Entwicklung offene Wasserflächen aufwies.
STÄNDIGER KREISLAUF
Obwohl täglich Milliarden Liter Wasser in die Meere nachfließen, sorgt ein ständiger Kreislauf dafür, dass die Meere nicht überlaufen. Meerwasser verdunstet und wird zu Süßwasser. Es verdunstet natürlich auch Wasser in Flüssen, Seen, Regenpfützen und auf Äckern und Wiesen. Die daraus entstehenden Wolken vereinigen sich mit den Wolken des Meeres.
Jährlich fallen ca. 100.000 Kubikkilometer Niederschläge auf alle Landmassen der Erde. 40 bis 80 % verdunsten und 13 bis 15 % fließen in Oberflächengewässern ab. Süßwasser ist auf der Erde ungleich verteilt. Etwa eine Milliarde Menschen leben schon heute ohne Zugang zu sauberem Trinkwasser. Umweltverschmutzung und Klimaveränderung lassen erwarten, dass im Jahr 2050 jeder vierte Mensch unter Wasserknappheit leidet.
TRINKWASSER IN ÖSTERREICH
Österreich ist ein wasserreiches Land. 50 % des Trinkwassers werden aus dem Grundwasser abgedeckt, 49 % sind Quellwasser. Nur 1 % stammt bei uns aus aufbereitetem Oberflächenwasser (aus Bächen, Flüssen, Teichen und Seen). In Großbritannien hat das Oberflächenwasser einen Anteil von 75 % an der Trinkwasserversorgung.
Bei einem mittleren Jahresniederschlag von 1.170 mm fallen jährlich knapp 100 Milliarden Kubikmeter Regen auf das Bundesgebiet. Ca. 43 % verdunsten gleich wieder, 55 % fließen in Oberflächengewässern ab. Insgesamt werden in Österreich jährlich 2,6 Milliarden Kubikmeter Wasser genutzt, 0,7 Milliarden als Trinkwasser, 1,7 Milliarden als Brauchwasser in Gewerbe und Industrie, 0,2 Milliarden für landwirtschaftliche Bewässerung. Der Pro-Kopf-Verbrauch beträgt ca. 140 Liter täglich (für Trinken, Kochen, Körperpflege, Abwasch, WC-Spülung, Gartenbewässerung, Wäschewaschen, Putzen und Autowaschen) ohne Gewerbe und Industrie. 100 Liter sind durch sinnvolle Nutzung und Sparmaßnahmen erreichbar.
Die gesamte öffentliche Wasserversorgung Österreichs benötigt 25 Kubikmeter pro Sekunde. Zum Vergleich: die mittlere Wasserführung der Donau beträgt 1.500 Kubikmeter pro Sekunde.










