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Sag der SADness adé

Stichwort: Winterdepression
Stichwort: Depression

Viele Millionen Menschen leiden alljährlich in der dunklen Jahreszeit an Antriebslosigkeit und Stimmungsschwankungen. Seit 1987 wird dieser Zustand ­– Saisonabhängige Depression (SAD) oder Winterdepression ­– als Krankheit beschrieben und anerkannt.

In Erdgegenden mit deutlich unterscheidbaren Jahreszeiten sind die Menschen im Herbst und Winter nervöser als im Frühjahr und Sommer. Lichtmangel im Herbst und Winter bringt die innere Uhr aus dem Takt und verursacht Stoffwechselstörungen im Gehirn. Über Jahrtausende hinweg war das Leben der Menschen durch den Wechsel von Tag und Nacht, von Licht und Dunkelheit bestimmt.

In unserer technisierten Welt verbringen viele Menschen ihren ganzen Tag in künstlich beleuchteten Büroräumen, Geschäften und Fabrikhallen; zum Sehen reicht dieses Licht zwar aus, aber für unser Wohlbefinden insgesamt ist es nicht hell genug.

Neben den typischen Symptomen einer depressiven Verstimmung mit erhöhter  Reizbarkeit und Angst sowie einer Reduzierung des Energieniveaus kommt es sehr häufig darüber hinaus zu atypischen Symptomen wie Verlängerung der Schlafdauer, verstärkter Appetit mit auffälligem Heißhunger nach Süßem und einer daraus folgenden Gewichtszunahme. Bei der “normalen Depression” beobachtet man ansonsten eher Gewichtsabnahme, Appetitlosigkeit und Schlafstörungen.

Wie bei der normalen Depression liegt eine Störung des Gehirnstoffwechsels, d.h. ein Mangel an bestimmten Gehirnbotenstoffe (Melatonin, Serotonin, Noradrenalin und Dopamin) vor.

Die Ursache für dieses Defizit ist Lichtmangel in der dunklen Jahreszeit. Die Innere Uhr läuft nicht mehr im Takt, und die Ausschüttung der Hormone gerät aus dem Rhythmus. Menschen mit SAD fehlt tatsächlich lediglich ein gewisses Quantum Sonne. Warum genau manche Menschen diesen Lichtmangel weniger gut bewältigen, ist noch nicht geklärt.

Gute Behandlungserfolge erzielt man mit einer Lichttherapie. Es wird das Lichtdefizit kompensiert und damit versucht, die Ursache zu beseitigen. Zusätzlich können nach ärztlicher Anweisung bestimmte nebenwirkungsarme Antidepressiva (selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer SSRI) eingesetzt werden.

Auch viel Bewegung im Freien bringt eine deutliche Besserung der Beschwerden. Also die Winterstiefel, die Rodel und die Skier einsatzbereit machen und raus in die frische Luft!

 

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