Der plötzliche Kindstod (SIDS) hängt vermutlich mit bestimmten Veränderungen im Hirnstamm der Babys zusammen. Amerikanische Neurowissenschaftler verglichen den Hirnstamm bei 31 SIDS-Opfern und zehn Babys, die an einer anderen Todesursache gestorben waren.
Dabei stießen sie auf bestimmte Veränderungen im untersten Teil des Hirnstamms. Hier werden lebenswichtige Körperfunktionen wie Atmung, Puls, Blutdruck und Körpertemperatur kontrolliert. In diesem Bereich des Gehirns fanden die Forscher bei den SIDS-Opfern eine ungewöhnlich hohe Zahl bestimmter Nervenzellen, die den Botenstoff Serotonin verwenden. Der großen Menge dieser Neuronen stand eine geringe Anzahl eines bestimmten Typs von Serotonin-Rezeptoren gegenüber.
Serotonin ist vermutlich auch an der Regulierung von Atmung, Blutdruck und Temperatur sowie an der Sensibilität für Kohlendioxid beteiligt. Auffällig ist, dass eine Bauchlage beim Schlafen das Risiko des Babys für den Kindstod deutlich erhöht. Manche Kinder bemerken offenbar nicht, wenn sie in dieser Position zu viel Kohlendioxid und zu wenig Sauerstoff einatmen – dafür könnten die Veränderungen des Serotonin-Systems im Hirnstamm verantwortlich sein.
(DA 3/2007)










